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Schmalkalden – Ein Judoturnier, wie es kein Zweites gibt. Nicht
vordergründig deshalb, weil Turniere für den Altersbereich ab 18 Jahren
aufwärts allgemein sehr selten sind. Ein Turnier, in dem einer überall
dabei war. Nicht vordergründig deshalb, weil in der Schmalkalder
Siechenrasenhalle am Samstag pausenlos eine Multi-Media-Show mit
Aufnahmen aus seinem Leben lief und sich die Judoka des SV Schmalkalden
04 darüber hinaus große Mühe mit der festlichen Ausgestaltung der Halle
gegeben hatten. Er war dabei, weil ihn die Teilnehmer und Gäste des
Turniers in ihrem Herzen tragen.
Kurz nach Vollendung seines 73.
Geburtstages im April starb er: Hans-Dieter „Mandy“ Clemen, der Ende
der 50er-Jahre den Judosport nach Schmalkalden gebracht und über 50
Jahre seines Lebens gewidmet hatte. Ihm zu Ehren wurde es aus der Taufe
gehoben, das Turnier für gestandene Judosportler, das
Hans-Dieter-„Mandy“-Clemen-Gedenkturnier.
Und alle erwiesen sie ihm ihre Reverenz. Landrat Ralf Luther,
Bürgermeister Thomas Kaminski, eine Delegation des Thüringer
Judoverbandes mit dessen Präsident Tino Berg, der Vorstand des SV
Schmalkalden 04 mit seinem Vorsitzenden Alexander Held. Zur Eröffnung
des Turniers zeichnete Tino Berg Mandys langjährige Weggefährtin
Angelika Wilhelm im Auftrag des Landessportbundes mit der
Johann-Christoph-GutsMuths-Ehrenplakette aus. Sie erfüllt das
Vermächtnis von Mandy, indem sie in seinem Sinne seine Arbeit im und
für den Schmalkalder Judosport fortsetzt.
Ihre Referenz erwiesen Mandy Clemen viele Weggefährten aus all den
Jahren. Aus Berlin reisten sie an, Stuttgart, München, aus Sachsen,
Thüringen und aus Koronco sowie Györ in Ungarn. Viele von ihnen kamen
im Judogewand in die Halle, selbst der 68jährige Hartmut Franz aus
Mengersgereuth-Hämmern als ältester Teilnehmer. Sie wollten Mandy
ehren, indem sie kämpften, ganz so, wie es sein Leben war, insgesamt
120 Teilnehmer aus 23 Vereinen Ungarns, Hessens, Bayerns, Berlins,
Sachsens, Sachsen-Anhalts, Baden-Württembergs und Thüringens. Aus
Ungarn etwa Ildiko Milos (U 45), Norbert Bolla und Zoltan Klemencsics
(Ü 45), die sich in Schmalkalden auf die Europameisterschaften Ü 30
vorbereiteten. Gute Bekannte in Schmalkalden sind bereits die
Mitglieder der ungarischen Nationalmannschaft Ervin Horvath (U 30) und
Lenard Csigi (U 20).
Die erlesenen Starterfelder, die folgerichtig für ausgezeichneten
Judosport sorgten, komplettierten mehrere Thüringer Landesmeister und
Medaillengewinner der Mitteldeutschen Meisterschaften der Altersklassen
U 20 und U 30. Besonders große Resonanz im fachkundigen Publikum fanden
indes die meist technisch hochgradigen Kämpfe der älteren Recken ab 45
Jahren aufwärts.
Das größte Aufgebot stellten naturgemäß die Gastgeber. Für jeden
nominierten Judoka des SV Schmalkalden 04 war die Teilnahme eine große
Ehre. Nicht zuletzt auch für die erfolgreiche Mädchenriege der
90er-Jahre, die Mandy Clemen zu nationalen und im Falle von Anja
Kühhirt (5. Platz EM 1999) internationalen Meriten geführt hatte. Anja,
Claudia Funk, Susanne und Stephanie Günsch, Nancy Gläser kämpften – und
siegten - für ihren Mandy wie eh und je. Beeindruckend etwa, wie die
einstige mehrfache Deutsche Meisterin Cladia Funk nach einer
zehnjährigen Wettkampf- und Trainingspause auf Anhieb ihre
Gewichtsklasse bis 57 kg dominierte, in einem begeisternden Kampf
selbst gegen die aktuelle Bundesligakämpferin des PSV Weimar Katharina
Drasdo aus Erfurt triumphierte. Die anderen Schmalkalder Kämpferinnen
und Kämpfer – jund und alt - standen ihr in nichts nach, der 1. Platz
für Schmalkalden in der Mannschaftspokalwertung war Ehrensache.
Ehrensache für nahezu alle Anwesenden ist es auch, im nächsten Jahr
wiederzukommen. Das Mandy-Clemen-Gedenkturnier für die gestandenen
Judoka wird zur Tradition, der nächste Termin steht fest, es ist der 3.
September 2011. [hrk]
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