Events 2012
Otto Scharfenberg Turnier

 

03.03.2012 Brunnentempelturnier

 

 

Ein Judoturnier, wie es kein Zweites gibt

Mandy Gedenkturnier 1 Schmalkalden – Ein Judoturnier, wie es kein Zweites gibt. Nicht vordergründig deshalb, weil Turniere für den Altersbereich ab 18 Jahren aufwärts allgemein sehr selten sind. Ein Turnier, in dem einer überall dabei war. Nicht vordergründig deshalb, weil in der Schmalkalder Siechenrasenhalle am Samstag pausenlos eine Multi-Media-Show mit Aufnahmen aus seinem Leben lief und sich die Judoka des SV Schmalkalden 04 darüber hinaus große Mühe mit der festlichen Ausgestaltung der Halle gegeben hatten. Er war dabei, weil ihn die Teilnehmer und Gäste des Turniers in ihrem Herzen tragen.
Kurz nach Vollendung seines 73. Geburtstages im April starb er: Hans-Dieter „Mandy“ Clemen, der Ende der 50er-Jahre den Judosport nach Schmalkalden gebracht und über 50 Jahre seines Lebens gewidmet hatte. Ihm zu Ehren wurde es aus der Taufe gehoben, das Turnier für gestandene Judosportler, das Hans-Dieter-„Mandy“-Clemen-Gedenkturnier.
Mandy Gedenkturnier 2 Und alle erwiesen sie ihm ihre Reverenz. Landrat Ralf Luther, Bürgermeister Thomas Kaminski, eine Delegation des Thüringer Judoverbandes mit dessen Präsident Tino Berg, der Vorstand des SV Schmalkalden 04 mit seinem Vorsitzenden Alexander Held. Zur Eröffnung des Turniers zeichnete Tino Berg Mandys langjährige Weggefährtin Angelika Wilhelm im Auftrag des Landessportbundes mit der Johann-Christoph-GutsMuths-Ehrenplakette aus. Sie erfüllt das Vermächtnis von Mandy, indem sie in seinem Sinne seine Arbeit im und für den Schmalkalder Judosport fortsetzt.

Ihre Referenz erwiesen Mandy Clemen viele Weggefährten aus all den Jahren. Aus Berlin reisten sie an, Stuttgart, München, aus Sachsen, Thüringen und aus Koronco sowie Györ in Ungarn. Viele von ihnen kamen im Judogewand in die Halle, selbst der 68jährige Hartmut Franz aus Mengersgereuth-Hämmern als ältester Teilnehmer. Sie wollten Mandy ehren, indem sie kämpften, ganz so, wie es sein Leben war, insgesamt 120 Teilnehmer aus 23 Vereinen Ungarns, Hessens, Bayerns, Berlins, Sachsens, Sachsen-Anhalts, Baden-Württembergs und Thüringens. Aus Ungarn etwa Ildiko Milos (U 45), Norbert Bolla und Zoltan Klemencsics (Ü 45), die sich in Schmalkalden auf die Europameisterschaften Ü 30 vorbereiteten. Gute Bekannte in Schmalkalden sind bereits die Mitglieder der ungarischen Nationalmannschaft Ervin Horvath (U 30) und Lenard Csigi (U 20).
Mandy Gedenkturnier 9 Die erlesenen Starterfelder, die folgerichtig für ausgezeichneten Judosport sorgten, komplettierten mehrere Thüringer Landesmeister und Medaillengewinner der Mitteldeutschen Meisterschaften der Altersklassen U 20 und U 30. Besonders große Resonanz im fachkundigen Publikum fanden indes die meist technisch hochgradigen Kämpfe der älteren Recken ab 45 Jahren aufwärts.
Das größte Aufgebot stellten naturgemäß die Gastgeber. Für jeden nominierten Judoka des SV Schmalkalden 04 war die Teilnahme eine große Ehre. Nicht zuletzt auch für die erfolgreiche Mädchenriege der 90er-Jahre, die Mandy Clemen zu nationalen und im Falle von Anja Kühhirt (5. Platz EM 1999) internationalen Meriten geführt hatte. Anja, Claudia Funk, Susanne und Stephanie Günsch, Nancy Gläser kämpften – und siegten - für ihren Mandy wie eh und je. Beeindruckend etwa, wie die einstige mehrfache Deutsche Meisterin Cladia Funk nach einer zehnjährigen Wettkampf- und Trainingspause auf Anhieb ihre Gewichtsklasse bis 57 kg dominierte, in einem begeisternden Kampf selbst gegen die aktuelle Bundesligakämpferin des PSV Weimar Katharina Drasdo aus Erfurt triumphierte. Die anderen Schmalkalder Kämpferinnen und Kämpfer – jund und alt - standen ihr in nichts nach, der 1. Platz für Schmalkalden in der Mannschaftspokalwertung war Ehrensache.
Ehrensache für nahezu alle Anwesenden ist es auch, im nächsten Jahr wiederzukommen. Das Mandy-Clemen-Gedenkturnier für die gestandenen Judoka wird zur Tradition, der nächste Termin steht fest, es ist der 3. September 2011. [hrk]
 
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